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Träume nicht dein Leben

 

by kleine_rote_erdbeere

(in dieser FF geht es übrigens NICHT um Twincest oO(auch wenns vielleicht so scheint))

 

Es ist dunkel hier im Licht. Es gibt alles und nichts…

Langsam strich Bill mit seinen Händen über die bleichen Wangen seines Gegenübers. Ihm liefen stumme Tränen über die Wangen und er zitterte. Warum musste es so kommen? Warum war das passiert? Der junge Sänger wollte und konnte es einfach nicht verstehen. „Warum…?“, kam es flüsternd über seine bebenden Lippen. Diese Frage spukte schon seit einigen Tagen durch seinen Kopf. Seit es geschehen war. Und er würde nie eine Antwort bekommen, denn derjenige, der sie ihm hätte geben können, war stumm, war taub, war blind. Konnte nicht riechen, schmecken oder gar fühlen, geschweige denn sich bewegen. Bill glitt ein Schluchzen über die Lippen und er strich seinem Gegenüber über die Stirn. „Du hast unser Versprechen gebrochen…“, wisperte er und schluchzte erneut. Langsam fuhr er seinem Gegenüber mit einem Finger über die blutleeren Lippen. Langsam beugte sich Bill zu seinem Gesicht runter und hauchte einen leichten Kuss auf die kalten Lippen. Dann holte er den Revolver aus seiner Tasche. „Wenn wir gehen, dann gehen wir nur zu zweit…“, flüsterte er und hielt sich den Revolver an die Schläfe.

~Flashback~
„Du bist echt unmöglich!“, lachte Bill und knuffte seinem Bruder in die Seite. „Wieso? War doch lustig!“, grinste Tom und Bill grinste zurück. „Ja, war es.“, stimmte er seinem älteren Bruder dann zu. Tom lief den Gang entlang und blieb vor seiner Tür stehen. Bill blieb vor der Tür seiner gegenüber stehen. Die Zwillinge sahen sich noch eine Zeit lang an, dann drehte Bill sich um und steckte den Schlüssel ins Türschloss. Jedoch drehte er ihn nicht herum. Er wartete. Tom hatte ebenfalls den Schlüssel ins Schloss gesteckt und auch er wartete auf eine bestimmte Tat seines Bruders. Wie jeden Abend seit zwei Wochen…
Dieses Mal drehte Bill sich wieder um und fiel Tom um den Hals und drückte seine Lippen auf die seines Bruders. Tom lächelte leicht und erwiderte Bills Kuss. Während der Kuss immer intensiver wurde, schloss Tom die Tür hinter sich auf und die beiden stolperten in Toms Hotelzimmer. Hinter sich schlossen sie die Tür wieder ab. Bill löste sich von Tom und lächelte ihn leicht an. Dann verschwand er im Bad. Tom zog sich bis auf die Boxer aus und legte sich in sein Bett.

Kurz darauf kam Bill aus dem Bad und legte sich neben Tom ins Bett. Er drehte sich zu seinem Bruder und drückte dem Dreadhead einen leichten Kuss auf die Lippen. „Gute Nacht.“, flüsterte er lächelnd, was ihm auch sofort erwidert wurde. Er kuschelte sich an seinen großen Bruder und bald darauf waren die Beiden friedlich am Schlafen.

Dieses Ritual zog sich schon seit einiger Zeit so hin. Entweder bei Bill oder Tom im Zimmer. Sie küssten sich oder schmusten miteinander. Keiner der Beiden wusste, wie es dazu gekommen war. Es war auf einmal so und sie fanden es nicht mal schlimm. Das Teilen dieser kleinen Zärtlichkeiten war ein angenehmes Gefühl und sie fühlten sich nicht alleine.
Bill hatte sich oft einsam gefühlt gehabt. Schließlich war er nicht der Typ, der Mädchen für eine Nacht hatte und so teilte er auch keine Zärtlichkeiten mit einem anderen Menschen.


Am nächsten Morgen wachte Bill zuerst auf und verließ eilig das Zimmer. Er wollte noch duschen und so weiter und dafür brauchte er ewig, das wusste er selber.

Als er dann fertig war, klopfte jemand an seiner Tür und er öffnete sie schnell. Tom stand vor ihm und rückte seine Cap zurrecht. „Morgen Bruderherz.“, meinte er und grinste ihn an. „Morgen Tom.“, lächelte Bill und rannte wieder ins Zimmer und suchte seine schwarze Handtasche. In diese warf er sämtliche Dinge, die man(n) eigentlich gar nicht brauchen würde, Bill aber schon, und zog sich eilends die Schuhe an. Dann stand er wieder vor Tom und grinste. „Auf geht’s!“, meinte er fröhlich und zog seinen Bruder hinter sich her zum Aufzug.

Wenig später saßen die Kaulitz-Twins unten im Hotelrestaurant und frühstückten. Georg und Gustav waren schon vor ihnen da gewesen und hatten sich wieder verkrümelt. Bill war gerade dabei, sein Müsli zu löffeln, als David in den Raum gestürzt kam und wild mit den Armen fuchtelte. „Ganz ruhig… Was ist denn?“, fragte Tom. „Ihr habt in 30 Minuten einen Auftritt bei Viva!“, meinte er und die Zwillinge sahen ihn enttäuscht an. „Ja, ich weiß! Ihr habt heute eigentlich euren freien Tag, aber es musste sein! Es ist wegen dem neuen Video. Die wollen es heute schon zeigen und ihr sollt kommen!“ Bill seufzte und trank einen Schluck von seinem Tee. „Na gut… Wir holen die G’s und dann treffen wir uns in 10 Minuten in der Lobby…“, meinte er dann und stand auf. Tom ebenfalls und die zwei liefen schnell zu ihren Bandkollegen. Die waren genauso begeistert von dem Auftritt im TV, wie die Zwillinge, aber was sollte man machen? Business ist nun mal Business, das wussten auch die vier Jungs.

Nach einer kurzen Fahrt hatten die Vier sich im Viva Live Studio eingefunden und Bill und Tom befanden sich gerade noch eben in der Maske. Tom quengelte ein wenig, weil die Tussi mal wieder mit Schminke in sein Gesicht wollte und er das überhaupt nicht akzeptabel fand. Er war ein Kerl und Kerle schminkten sich, seiner Meinung nach, nicht! Bill war die Ausnahme. Der Rest ging für ihn als Weicheier oder Schwuchteln durch. Bei Bill war das ja auch was ganz anderes! Bill stand es und er war sein Bruder! Da war es doch selbstverständlich, dass er ihn nicht aufzog. Obwohl er und die G’s es doch ab und zu mal taten, scherzhaft natürlich. Bill hatte sich damit auch abgefunden und tolerierte es einigermaßen. Sie sollten es nur nicht zu bunt treiben.
Bill war fertig und wartete nur noch auf sein Bruderherz, welcher endlich eingesehen hatte, dass sein Teint etwas aufgefrischt werden musste. Tom stand auch kurz darauf neben ihm und sie liefen hinter die Bühne zum Drummer und Bassisten ihrer Band. Georg und Gustav saßen auf dem Boden und spielten mit einem Ball. Sie schubsten ihn immer zwischen ihren Beinen hin und her. Manchmal, dachte Bill, frage ich mich wirklich, wer hier in der Band kindisch ist. Georg und Gustav zogen sie oft auf, wenn sie sich so benahmen, wie kleine Kinder, aber hiermit war bewiesen, dass die Beiden genauso peinlich waren. Sie waren einfach alle 4 in der Kind-Phase hängen geblieben und kamen jetzt nicht mehr raus. Wobei Gustav am ehesten heraus war.
„Hey ihr Spielkinder! Die Show fängt gleich an!“, meinte Tom und nahm den Zweien den Ball weg. Georg und Gustav zogen einen Schmollmund und standen auf. „Ihr kriegt den Ball ja im Hotel wieder.“, versicherte Bill. Damit gaben sich die Beiden dann zufrieden. In diesem Moment wurden sie dann auch ins Studio gerufen…


Bill ließ sich erschöpft auf sein Hotelbett fallen. Das Interview bei Viva Live war anstrengend gewesen. In diesem Studio war’s so verdammt heiß gewesen! Nachdem Bill einige Zeit auf dem Bett gelegen hatte, klopfte es an seiner Tür. „Is offen…“, nuschelte er und richtete sich langsam auf. In der Tür stand Tom und grinste. „Darf ich reinkommen?“, fragte er. „Du immer.“, lächelte Bill und Tom schloss hinter sich die Tür. Dann legte er sich neben Bill aufs Bett und grinste ihn an. „In dem Studio war’s echt voll warm, oder?“, fragte Tom. Bill nickte zustimmend. „Total.“ „Hier ist es viel angenehmer, findest du nicht?“, flüsterte Tom und strich Bill über die Wange. „Ja…“, krächzte Bill. Tom kam langsam Bills Gesicht näher und letztendlich drückte er seine Lippen auf die seines kleinen Bruders. Bill schloss sofort die Augen und legte seine Hand auf Toms Wange. Langsam trennten sich die Zwillinge wieder voneinander und lächelten sich an. Bill strich mit seiner Hand über Toms Wange. „Wollen wir noch was trinken gehen?“, fragte er und sein kleiner Bruder nickte ganz leicht. „Ok…“, flüsterte er und Tom stand auf. Bill streckte ihm seine Hand entgegen und ließ sich hochziehen. Dann machten die Beiden sich auf den Weg in die Hotelbar.
Dort angekommen bestellten sich beide ein V+Energie und tranken nach diesem noch einige andere Dinge.

Es war schon nach 24 Uhr, als Georg ein Gepolter und Gekicher im Flur hörte. Vor Toms Zimmer blieb es dann kurz stehen. Die Tür wurde geöffnet und wieder geschlossen. Anscheinend hatte Tom wieder ein Mädchen aufgerissen. Georg dachte sich nichts dabei und schlief einfach weiter. Was er jedoch nicht wusste war, dass es keinesfalls ein Mädchen war. Es war auch nicht irgendjemand, der gerade knutschend mit Tom auf dessen Bett lag. Das war kein Geringerer, als Bill! Die Zwillinge hatten sich so voll laufen lassen, dass sie nicht mehr wussten, wo vorne und hinten war. Es war schon ein Wunder, dass sie überhaupt das Hotelzimmer gefunden hatten! Bill kicherte unentwegt, während Tom ihm das Shirt auszog und seinen Hals liebkoste. Bill fand es sehr amüsant, was Tom mit ihm machte. Bald darauf waren sie beide sehr miteinander beschäftigt.


Als Bill am nächsten Morgen erwachte, fühlte er sich, wie von einer Horde Elefanten überrannt. Sein Schädel war so arg am brummen, dass er nichts anderes mehr wahrnahm. Seine Augen kniff er feste zu. Bei dem Versuch, sie zu öffnen war er geblendet worden. Deshalb ließ er das erstmal. Das Einzige, was er bemerkte war, dass er nicht alleine im Bett lag, sondern jemand noch neben ihm und an ihn gekuschelt. Alles andere war ihm eigentlich auch egal. Auch das mit dem Jemand im Bett, bis seine Kopfschmerzen nachließen!
„Autsch.“, vernahm er dann irgendwann neben sich. Tom drückte sich die Hand vor die Augen. Er war gerade beim Versuch, die Person neben sich zu identifizieren, vom Licht überfallen worden und sein Kopf hatte eine zu schnelle Bewegung gemacht. Somit schmerzte dieser nun. „Ich sterbe…“, wimmerte Bill nun. „Ja, ich auch.“, meinte Tom und die Zwillinge grinsten leicht. „Wo sind wir?“, fragte Bill. Tom riskierte, die Augen aufzuschlagen. „In meinem Zimmer.“, meinte er dann. Bill öffnete nun ebenfalls die Augen und blinzelte. „Mir tut alles weh.“, murmelte Bill und verzog, bei dem Versuch sich anders hinzulegen, schmerzhaft das Gesicht. Tom richtete sich auf. „… Bill...?“, begann Tom mit zittriger Stimme. „Mh?“ „Bill, hier ist alles voll Blut!“, sagte Tom und sie sahen sich leicht panisch an. Tom sprang aus dem Bett und schlug die Decke zurück. Mit einem Schlag waren die Kopfschmerzen vergessen und unwichtig. „Bill! Du blutest ja!“, stellte Tom erschrocken fest. Schnell zog er sich eine Boxer über und rannte zu Davids Zimmer. Er hämmerte gegen die Türe und ein verschlafener David öffnete ihm kurz darauf. „Was…?“ „Bill blutet! Das ganze Bett ist voll!“, schrie Tom panisch und rannte wieder zu seinem Bruder zurück.
Der hatte das Bett verlassen und sich ins Bad geschleppt. Nun stand er unter der Dusche und wusch das Blut ab. Er war sehr erschrocken, als er sah, wie sich das Wasser immer roter färbte. Langsam wurde ihm schwummrich und er sank auf den Boden der Dusche. Dort blieb er erstmal sitzen. In dem Moment kam dann auch Tom rein und sah erschrocken zu dem Häufchen Elend, welches da unten in der Dusche kauerte. Das Wasser blieb immer noch rot. Tom lief zu Bill und nahm ihn in den Arm, da dieser angefangen hatte, zu weinen. „Pscht…“ „Tom, was haben wir gemacht? Es tut so weh!“, wimmerte Bill. „Ich weiß es nicht, Bill…“, flüsterte Tom. Beide Jungs hatten das totale Blackout. Sie wussten nicht mehr, was sie am Abend zuvor gemacht haben. „Wir haben getrunken…“, murmelte Bill. „Zu viel getrunken.“, meinte Tom und strich Bill über den Rücken. Nach und nachließ das Bluten endlich nach und Tom trocknete Bill ab. Dann zog er ihm eine Boxershorts an.
Kurz darauf kam dann endlich David zu ihnen ins Zimmer. Mit ihm der Hotelarzt.


Bill zitterte stark. Er wusste jetzt, was passiert war und er konnte es nicht richtig glauben, doch seine Schmerzen teilten ihm mit, dass es die Wahrheit war. Tom und er… Der Arzt hatte gesagt, dass Bill diese Nacht mit einem Mann geschlafen haben musste und Bill war sich sicher, dass es nur Tom gewesen sein konnte! Er war so fertig mit den Nerven, das er einfach in sein Zimmer verschwunden war und sich im Bad eingeschlossen hatte. Wie konnte das nur passieren?! Er konnte es nicht verstehen! Nicht, dass er seinen Bruder nicht lieb hatte, aber für ihn war eine andere Liebe nötig, dass er mit jemandem schlafen würde. Dieser verdammte Alkohol! Bill schwor sich, nie wieder einen Tropfen anzurühren.


Am späten Nachmittag klopfte jemand an seine Tür. Er tapste hin und öffnete sie. Davor stand Gustav. Er sah bedrückt aus. „Bill… Ich muss dir etwas sagen…“, murmelte er. Bill bat ihn herein und setzte sich auf sein Bett. Gustav blieb stehen. „Tom ist vorhin aus dem Hotel raus und in die Stadt… Als er zurückkommen wollte, ist er beim überqueren einer Straße… überfahren worden…“, stammelte Gustav. Bill sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an. „Was ist jetzt mit ihm?“, fragte ich ängstlich. „Er ist tot…“, wisperte Gustav. „Nein! Er kann nicht tot sein!“, schrie Bill und ihm liefen Tränen über die Wangen.

~Flashback ende~

Stumme Tränen liefen Bill über die Wangen. Gustav hatte Recht gehabt. Tom war einfach gegangen! Ohne ihn! Und Tom wusste nicht einmal, was sie schlimmes getan hatten! Bill war verzweifelt. Die Hand, mit der er den Revolver hielt zitterte stark. Dann schloss er die Augen… und drückte ab. Der Revolver kam mit einem dumpfen Klirren auf dem Boden auf und an der weißen Wand klebten jetzt Blutspritzer. Bill lag neben seinem Bruder und regte sich nicht mehr. Die Zwillinge hatten einmal geschworen, sie würden zusammen leben und sterben.


Es blitzte grell und ein greller Schrei durchschnitt die Stille. Bill saß aufrecht in seinem Bett und sah mit weit offenen Augen an die Wand ihm gegenüber. Kurz darauf kam Tom in sein Zimmer gestürmt. „Was ist los?! Warum hast du so geschrieen?“, fragte er besorgt und kam zu seinem kleinen Bruder. Er nahm ihn in den Arm und wog ihn leicht hin und her. „Ich hatte… einen Albtraum…“, sagte Bill leise. „Aber jetzt ist alles wieder gut?“, fragte Tom. Bill nickte leicht und lächelte seinen Bruder an.